Meine Texte zum Nachlesen:

Tantra

Tantra, das Leben in mir,
ich spüre mich, es lebt in mir,
es will hinaus, es will hinein
ich spüre mich, ich spüre Dich
unbändige Kraft,
die mir das Leben geschenkt hat,
die ich dem Leben schenke,
Geben und Nehmen,
meine Sinne fließen,
meine Grenzen fließen,
meine Blockaden fließen – dahin.
Kein Schmerz, der mich aufbäumen lässt.
Ruhe und Gelassenheit
bis hin zur Erregung –
gefühlte Sinne, sinnliche Gefühle,
alles wird gut, alles ist gut,
alles fühlt sich gut an.
Vertrauen, Vertrautheit, Vertrautsein:
Ein Muss für die große Nähe
zwischen uns, zwischen uns allen.
Ein Raum – zwischen Liebe und Lieblichkeit:
Tücher, Kissen, Blumen,
Kerzen, Düfte und Dunkelheit,
Sanftheit, Zärtlichkeit, stiller Atem,
alles fließt und alles hat seinen Platz.
Töne, Geräusche erobern mein Ohr –
vorsichtig beginne ich zu vibrieren.
Es vibriert mich und ich schwinge mit –
jede Menge gute Energie im Raum.
Alles da, alles hier, alle hier –
und jetzt, in diesem Moment –
der Sinnlichkeit, des baren Erlebens,
alle miteinander – tun wir uns gut
und tun wir uns Gutes,
halten Händchen,
im wahrsten Sinne des Wortes,
erkunden Daumen und Zeigefinger,
Mittelfinger, Ringfinger
und sogar den kleinen Finger,
sehnsüchtig und voller Hingabe,
Handballen und Handrücken
werden sanft massiert,
wie auch das Handgelenk,
behutsam und liebevoll,
voller Achtung und Respekt,
füreinander, miteinander und gegenseitig,
Geben und Nehmen
im Einklang der Zweisamkeit,
Creme, die meine Hände in Deine gleiten lässt,
über Sehnen und Bänder,
Häute und Gelenke,
Nägel und Kuppen,
Pulse und Impulse kommen und gehen,
erfassen mich und nehmen mich mit –
in eine andere Welt,
ich lasse mich treiben,
von Dir zu ihr und zurück.
Nehmt ihr mich mit?
fragt sie und schon sind wir zu dritt,
berühren einander und geben uns hin,
meine Kleider fallen langsam von mir ab,
ich fühle mich frei und befreit zugleich,
lasse los, um alles zu spüren.
Ich bette mich auf Tüchern
und lasse mich verwöhnen,
ganz und gar,
gebe mich der Sekunde des Augenblicks hin,
jeder Moment eine unendliche Bereicherung,
vier Hände verwöhnen mich gleichzeitig,
streicheln und streichen
meinen sensiblen Körper entlang,
massieren und kneten mich,
ich genieße dieses manuelle Verwöhn-Aroma
und bin ganz bei mir,
ganz im Jetzt und Hier,
alles fühlt mich und ich fühle alles,
ich werde verwöhnt von Kopf bis Fuß
bis zu den Zehen und lasse mich gehen,
liebe dieses Spiel
zwischen Schauer und Schaudern,
zwischen „ganz zart“ und „ganz hart“,
Gänsehaut im Zwiespalt.
Nach endlosen Augenblicken bist Du dran.
Ich erwache aus einem Streicheltraum,
bin bereit, Dir ebenso Gutes zu tun.
Die männliche Energie von vier Händen
durchströmt Deinen weiblichen Körper,
Deine süßen Rundungen ebenso,
wie Deine Ecken und Kanten,
alles passt zueinander, alles stimmt,
nichts scheint diese Harmonie
stören zu können.
Lippen, die sich auf Deine Lippen legen,
Hände, die Deine Lippen massieren,
als hätten sie es schon immer getan,
es ist so selbstverständlich, so gut,
und so ohne Scham, schamlos schön,
voller Ehrfurcht und Liebe,
es darf einfach sein
und hat hier einen Platz, pure Lust
menschliche Gelüste auf männliche Brust,
auf weibliche Brüste,
Lingam und Yoni
als Elemente unserer Körper,
als Lustspender und Lustspenderin
mit vielen anderen Lustquellen zusammen,
ergeben sie ein Feuerwerk der Sinnlichkeit,
unserer Körperlichkeit,
wir bereiten uns ein Fest der Sinne:
Mann und Frau, Frau und Mann,
Mann und Mann, Mann-o-Mann!
Keine Scheu, keine Hemmungen,
keine falsche Scham,
ehrliche Gefühle und ein großes Bewusstsein
für das jeweilige Gerade-so-sein-dürfen.
Euch zu sehen, Euch zu fühlen,
zu spüren und zu lieben macht Spaß,
ich spüre meine Lust und meine Kreativität,
meine Spontaneität,
meine männliche Intuition neben der weiblichen,
die auch da ist, nicht nur in Dir,
auch in ihm und mir, etwas,
über das ich mich endlos freuen kann:
Meine Weiblichkeit,
meine Lust und Liebe für Frauen,
für Frauen und Männer wie Euch.
Und dann bettet sich wieder ein Er
in die Tücher der Tücher,
nachdem er sich von uns entkleiden ließ.
Öle glätten den Kontakt
zwischen unseren Körpern,
machen uns schmiegsam und anschmiegsam.
Dein Lingam zwischen meinen Fingern:
Keine Angst, keine Scham, keine Vorsicht
und keine Traurigkeit: Vielmehr Freude
über bisher unentdeckte Möglichkeiten,
Faszination und Staunen über
diesen männlichen Zauber –
kein Zauberstab ohne Zauber.
Eine erstaunliche Anziehungskraft,
die er nicht nur auf Frauen ausübt.
Auch auf mich!
Und ich bin bereit, weiter darauf zuzugehen,
zu probieren und zu experimentieren,
mit mir und meinen Gefühlen.
Und mit Euch, Euch beiden,
die ihr mir in den letzten Jahren
so lieb geworden seid,
so nah gekommen seid.
Nicht nur mit Euren Seelen,
auch mit Euren Körpern,
und das tut so gut, so unendlich gut!
Schließlich hat sich meine Sehnsucht erfüllt,
und ich bin satt ohne vollen Magen,
wie selten zuvor.
Und doch bin ich neugierig:
Nicht auf mehr, sondern auf das,
was meine Lebensgefährtin nebenan erlebt hat,
auch das wird eine wunderschöne
und spannende Geschichte sein,
glaube ich.
Ich bin so dankbar
und freue mich auf ein nächstes Mal
und auf ein Wiedersehen mit Euch allen.
Tantra macht es möglich.
Und ich glaube, es ist wieder einmal
ein kleines großes Wunder geschehen.
Danke!

ls



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