Textkunst von Jutta

Totgefühlt

Totgefühlt

Zu viel in mir, oder viel zu wenig?
Zu viel Schmerz, Einsamkeit, Hass, Verzweiflung.
Zu viel Erinnerung.
Zu wenig Leben.

Gefühle, zum Sterben zu viel, zum Leben zu wenig.
Viel zu lange den Horror gelebt, gefühlt.
Doch überlebt.

Kann nicht fühlen, riechen, schmecken.
Leer, tränenschwer.
Gefangen in mir, gefangen in meiner Einsamkeit,
gefangen in einem Loch.
Oder lebe ich das Loch?
Bin ich das Loch?

Fühlen verlernt, von mir entfernt.
Wer bin ich?
Was will ich?
Was wird kommen?

Habe mich verloren auf der Straße des Lebens.
Stehe neben mir, schaue mir beim Leben zu.
Bin weg, weg von allem.
Stehe zwischen Euch, doch bin alleine.
Alles weg, was ich wollte...

Bin anders,
andere Lebenssituation,
andere Seele,
kaputte Seele.
Eine Seele, die fähig ist, in Tiefen vorzudringen,
die Euch fürchten lassen würde.

Den Tag (über)leben. Kein klarer Gedanke lässt
sich festhalten. Tödliche Gefühle durchziehen
den Tag, kreisen in meinen Kopf.

Sehe Grau, fühle Schwarz, schmecke nichts.
Alles ohne Gefühl.
Der Tag zu lang, zu schwer, voll Trauer.

Lachen klingt falsch, hohl.
Werde wahnsinnig ohne Gefühl.
Alles Bunte, Schöne, Helle ist nichts.
Mein Herz rast zu oft, Übelkeit in mir.

Schaffe einen Tag nach dem anderen,
doch durchquere jeden Tag die Hölle
und schaue dem Teufel ins Angesicht.

So geht es nicht weiter.
Wo ist mein altes Ich?
Wo meine Seele, mein Herz?
Freude, Liebe und Zufriedenheit?

Unreal, ein Toter unter Lebenden.
Und ständig Tränen in den Augen.
Ich werde fortbestehen und diese Zeit werd‘ ich bestehen.
Heil wird meine Seele, mein Herz.
Befreit von allem Schmerz.

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