Überlebt
Seit ich lebe, bin ich am Überleben.
Eigentlich ist es ein Wunder,
dass ich noch am Leben bin.
Als erstes habe ich meine Geburt überlebt,
das ist auch heute noch nicht selbstverständlich.
Danach kamen zahlreiche frühkindliche Impfungen,
von denen wir heute wissen,
dass sie oftmals zum plötzlichen Kindstod führen –
ich habe sie überlebt.
Mit drei und fünf Jahren hat mich mein Vater
sexuell missbraucht –
ich habe überlebt.
Zur gleichen Zeit entwickelte ich
aufgrund der Impfungen und der erlebten Gewalt
ein extrem schweres Tourette-Syndrom
mit vielfältigen Formen von
selbstverletzendem Verhalten –
ich habe überlebt.
Mit sechs Jahren wurde ich eingeschult.
Aus heutiger Sicht betrachte ich meine Schulzeit
von der fünften Klasse an bis zum Abitur
als traumatisch:
Notenstress, Leistungsdruck,
die Konkurrenz zu den Mitschülern
und die Hänseleien der Klassenkameraden –
ich habe überlebt.
Mit 18 hatte ich einen schweren Skateboard-Unfall
mit zahlreichen Schürfwunden und Brandwunden
zweiten und dritten Grades
an beiden Handinnenflächen –
ich habe ihn überlebt.
Als Student bin ich in Kassel viel Rad gefahren.
Dabei geriet ich durch rücksichtslose Autofahrer
häufig in lebensgefährliche Situationen.
Einmal hatte ich sogar
einen frontalen Zusammenstoß mit einem Auto,
da der Fahrer meine Vorfahrt missachtet hatte.
Mein Fahrrad hatte einen Totalschaden –
ich habe überlebt.
Mit Mitte 20 bin ich einmal leichtsinnigerweise
auf einen fahrenden Zug aufgesprungen –
ich habe überlebt.
Auch die vielen - fast schon alltäglichen -
Katastrophen wie AIDS, Rinderwahnsinn,
Vogelgrippe und Schweinepest –
ich habe sie alle überlebt.
Und nicht zuletzt die Corona-Krise mit ihrer
völlig irreführenden Informationspolitik,
die nach Meinung zahlreicher Kritiker
alle Kriterien für Folter erfüllt hat –
ich habe sie überlebt.
Es würde mich nicht wundern,
wenn ich bei meiner Widerstandsfähigkeit
150 Jahre alt werde…