Textkunst von Anneli

Ein kleiner augenblick

Ein kleiner augenblick

Ich sah dich
Du schautest dich in einem spiegel an
Einen kleinen augenblick hüpfte mein herz
Vor freude
konnte ich für einen kleinen augenblick in dein leben, dein gesicht schauen
Wie wunderbar, wie aufregend

Einen kleinen augenblick kam mir der gedanke, dich anzusprechen,
kontakt aufzunehmen, dich kennen zu lernen für einen augenblick
„frage sie nach ihrer telefonnummer, weil du deine vergessen hast…“ bekomme ich den rat und ich muss lachen, ja es klingt komisch für einen kleinen augenblick fühlte ich mich wie ein teeny, der nicht weiß, was er machen soll!

Für einen kleinen augenblick
Darf ich zu dir und du zu mir
Auch wenn es fast regelmäßig einmal in der woche ist
Oder 5 jahre fast
Doch was heißt es schon auf das ganze leben bezogen….

Ein kleiner augenblick
Unbedacht
Verändert alles
Das ganze leben
Worte können alles zerstören, vernichten, zerbrechen
Wenn sie unbedacht aus mir heraus „purzeln“
Wäge ich daher immer ab, was ich dir sagen möchte?
Lässt das mich in meiner „lebendigkeit“ erstarren?
„mut zum risiko!“

Einen kleinen augenblick nicht aufgepasst
Die autos krachen zusammen
Die leben verändern sich

OH, DAS TUT MIR LEID

War alles was ich zu hören bekomme, wenn jemand mich anrempelt, oder vor mir in den bus steigt und ich dadurch in schwierigkeit komme…

VERZEIHUNG

Dieses wort kann ich auch nicht mehr hören!
Ich versuche zu verzeihen, wenn ich merke, dass es ehrlich gemeint ist, doch häufig wird es unbedacht benutzt.



Einen kleinen augenblick sich zeit nehmen
Um mitzubekommen, was JETZT gerade ist
Was sich in diesem moment verändert und tut
Sei es die sonne, die feuerrot am himmelsende steht
Sei es der liebevolle blick von der fremden, die sich prüfend im spiegel betrachtet
Sei es mitzubekommen, wie traurig du bist, weil du nicht mehr so viel energie hast
Sei es, dass ich glücklich bin, dass es dich gibt… so wie du jetzt gerade bist
Sei es mir zu erlauben, gut für mich zu sorgen, wenn ich merke, du tust mir jetzt gerade nicht gut

Oh es ist so verdammt schwer, für sich selber zu sorgen! Darauf zu achten, dass es mir selber gut geht! Mir zu vertrauen, dass das was ich gerade tue, gut und richtig ist…
Am schwersten fällt mir, zu personen, die mir sehr nahe stehen, denen ich erlaubt habe, mein herz zu berühren, zu sagen, wenn sie mir nicht mehr gut tun, wenn sie mich verletzen mit dem, wie sie sich z.b. gerade verhalten oder wie sie gerade mich behandeln.


Einen kleinen augenblick
Die dankbarkeit spüren, dass ich hier leben darf auf dieser erde,
so unvollkommen,
so leicht verletzbar, wie ein kleines, ungeschütztes kind…
so fröhlich
so abhängig von tausend händen
so gierig auf „ungelebtes“

So, dass sich der kleine augenblick ausbreitet
In die unendlichkeit

Das wünsch ich mir!

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