Textkunst von Akimaus

Ein zwiespältiges Gefühl...

Ein zwiespältiges Gefühl...

Du bist nach wie vor in meinen Gedanken. Immer wenn ich einschlafe, denke ich an die Menschen, die mir sehr viel bedeuten: An meine Familie und meine treuen Freunde, die mich auf meinem Lebensweg begleiten. Auch denke ich an die Menschen, die ich auf diesem langen Lebensweg zurücklassen musste. Oder auch an die, welche mich zurückgelassen haben: Ich hege keinen Groll gegen sie. Vielmehr danke ich ihnen für die gemeinsame Zeit, denn diese Menschen haben mich geprägt und in meinem Charakter gefestigt. Sie waren kurze Wegbegleiter auf diesem langen Weg in meinem Leben. So denke ich abends an all diese wunderbaren Menschen, die ich allesamt liebe! Ich kann es nicht anders sagen: Ich liebe jeden einzelnen von ihnen. (Darunter auch Lothar, der mich hier auf seiner Homepage aufgenommen hat und mir auf diese Weise einen Platz gegeben hat, um meine Gefühle zu äußern und ihnen freien Lauf zu lassen – und selbstverständlich auch Dich, Dich liebe ich auch: Dich, für die dieser Text gewidmet ist.) Obschon diese Menschen nun gegenwärtig sind oder in der Vergangenheit liegen, ich schicke ihnen ganz viel Liebe und hoffe, dass diese sie – im Stillen und klammheimlich – erreicht. So denke ich auch jeden Abend an Dich und hoffe, dass du glücklich bist, dass es Dir gut geht, und dass Du geliebt wirst. Ich wünsche es mir so sehr und alleine dieser Gedanke, dass du vielleicht gerade von Herzen glücklich bist, liebst und geliebt wirst von vielen Menschen, macht mich wiederum wirklich glücklich und gelassen.

Manchmal lese ich hier die Texte von Dir, die Du schreibst. Sie strahlen immer so viel Wärme aus. Sie sind Fragmente von dir. Ich spüre deine Energie in jeder einzelnen Zeile deiner Texte. Du bist durch sie gegenwärtig für mich.

Das eine Gedicht von Dir... Es ist seltsam… ich war immer sehr gut im Interpretieren… doch dieser Text – es ist eigenartig...

Du beschreibst dort diese Liebe zu dieser Frau und ich komme nicht drum herum, mich dabei zu ertappen, dass ich mich frage, ob du mich damit meinst. Vielleicht meinst du ja auch dein neues Glück in deinem Leben. Wenn ich das Geschriebene so auslege, dann macht mich das irgendwie unheimlich glücklich. Ich bin dann wirklich glücklich für dich. Denn du sollst geliebt werden! Das wünsche ich mir so sehr für Dich… Und trotzdem denke ich, dass auch meine Haare „kurz und braun“ – und wer weiß ziemlich oft „wuschelig“ sind. – Wieso vergleiche ich mich überhaupt und erkenne mich in diesem lyrischen Ich, das du da beschreibst, wieder? Du vermisst dieses lyrische Ich… Sie – die dein neues Glück ist – oder die es besser sein sollte – ist doch bei Dir. Vermisst Du sie oder meinst du doch mich? Bin ich wirklich die, nach der du dich so sehr sehnst und im Stillen verzehrst? Was ist das für ein Gefühl, das plötzlich in mir hochsteigt? Ich kann es nicht fassen und mit Worten erklären. Aber es nagt an mir bittersüß. Wäre ich dort wirklich diese Person, die du mit solchen liebevollen, zärtlichen und fragilen Worten beschreibst? Ich, die doch nur ich bin?

Unsere Begegnungen, die doch so kurz waren… Haben sie sich wirklich so stark in dein Herz eingebrannt? Einige wenige Begegnungen mit mir können nicht durch die unzähligen Begegnungen mit ihr aufgewogen werden? Bin ich wirklich so kostbar für Dich? Und obwohl unsere Begegnung so kurz war, beschreibst du diese Person in einer Anmut und Schönheit, als wäre es die reinste Liebe, dass mir beim Lesen der Atem stockt und mir die Knie weich werden. Wäre ich diese Person... Ich könnte diesen Gedanken ewig weiterspinnen, Dinge schreiben und beschreiben, die mir gerade durch den Kopf gehen. Wären diese Worte wirklich an mich gerichtet… Mein Herz pocht wenn ich daran denke! Diese Worte – sie machen etwas mit mir. Sie umschmeicheln mich und vernebeln mir die Sinne. Gleichzeitig zerreißt es mich innerlich. Ich will Dir Dinge sagen, die ich nicht sagen kann. Worte sind ein zu mächtiges Werkzeug. Gedanken überlagern sich. Nein, ich werde nichts sagen, denn jedes Wort, das ich aufschreiben würde, würde Dich aus deinem jetzigen Glück herausreißen. Und das ist es mir nicht wert. Dafür bedeutest Du mir einfach zu viel. Diese Sätze, die mein Gehirn zu formen beginnt... Wäre ich diese Person, die Du so sehr liebtest… Aber ich bin es nicht – ich darf es nicht sein! ... Und trotzdem spüre ich diese Nähe: Dort zwischen den Zeilen spüre ich Dein Herz, das so kostbar, zerbrechlich und doch so wunderschön ist. In diesem Moment, wenn ich dieses Gedicht lese, ist es wieder bei mir nur für eine Weile – nur für einen Hauch... und das macht mich glücklich, und ich beginne, in mich hinein zu lächeln. (Ich weiß, das ist vermessen.)

Jetzt – wenn Du diese Zeilen liest – jetzt gerade ist mein Herz für einen kurzen Augenblick bei Dir. Und wenn ich mit diesem lyrischen Ich doch nicht gemeint war, macht das nichts, denn mein Herz ist trotzdem bei Dir, weil Du Du bist – weil ich Dich mitnehme in meine Träume, abends, wann immer ich einschlafe.

Wieso muss ich jetzt doch schlucken, wo man mir beiläufig mitgeteilt hat, dass ich nicht gemeint war? Ich verstehe mich nicht. So ist es doch gut. Wieso nimmt es mich mit, wieso nur? Menschen sind schon eigenartige Wesen. Und dennoch möchte ich daran glauben, dass Du mich meinst. Vielleicht, weil diese Worte, die du wähltest, einfach so schön waren. Dieses Gefühl kann mir keiner nehmen.

Akina, 28.01.2017

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