Meine Texte zum Nachlesen:

Ich weiß es nicht

Mein Kopf brummt in der Dunkelheit.
Kann keinen klaren Gedanken fassen.
Vielleicht sollte ich es lieber lassen.
Mein Vater fällt mir ein.
Mal wieder und wie so oft.
Er hat mich zu so vielem gezwungen.
Er hat mein Poloch gewaltsam gedehnt,
nur mit dem Finger
oder auch mit seinem Schwanz?
Ich weiß es nicht.
Hat er an meinem kleinen Penis gelutscht?
Ich weiß es nicht.
Musste ich an seinem Schwanz lutschen?
Ich weiß es nicht.
Vielleicht hat er mich bepinkelt.
Wo sollte sonst die koprolale Wortkombination
„Titten – pissen“ herkommen?
Ich weiß es nicht.
Ich weiß so vieles nicht.
Warum hast Du mich bereits
als Baby vergewaltigt?
Hattest Du Spaß dabei?
Konntest Du Deine Lust auf Sex
und Macht an mir befriedigen?
Ich weiß es nicht.
Ich weiß es nicht.
Ich weiß es nicht.
Manchmal wünsche ich mir,
ich wüsste ein bisschen mehr,
und manchmal, da bin ich froh,
dass ich nicht mehr weiß,
nicht mehr und nicht weniger,
ich weiß oft nicht,
ob ich das wirklich wissen will,
das, was Du mit mir angestellt hast.
Warst Du der einzige,
oder waren auch Dein Vater
oder Deine beiden Eltern daran beteiligt?
Ich weiß es nicht.
Viele Fragen würde ich gerne
mit einem „Ja“ beantworten,
zumindest fühle ich mich oft so,
als könnte ich es.
Es würde mir Gewissheit geben.
Vielleicht könnte ich dann
sogar ruhiger schlafen.
Ich weiß es nicht.
Noch immer suchst Du mich heim.
Doch zum Glück nur in meinen Träumen.
Und das reicht mir eigentlich auch.
So viele Erinnerungen an Dich
lassen mich verzweifeln.
Nichts als Zweifel.
Aber eines ist sicher:
Ich habe heute keinerlei Zweifel mehr daran,
dass Du mich jahrelang gedemütigt, gequält,
sexuell missbraucht und vergewaltigt hast.
Wie gesagt: Vermutlich schon als Baby.
Und wie lange?
Ich weiß es nicht.
Aber noch etwas ist sicher:
Ich habe mich von Dir befreit,
und heute lebe ich!
Ich weiß nicht,
wie lange ich leben werde,
aber ich weiß:
Ich lebe!

ls



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