Meine Texte zum Nachlesen:

Auch dat noch!!!

Et is Winter, et is scheißkalt, Klausuren stehen an, Jobsuche für de Semesterferien… und dann dat noch: Reizwochen!

St: = Studi, I: = Ich

 

St:        Reizwochen der Autonomen Referate und det AStA! Reizwochen, dat Wort gibbet doch gar nit!
I:          Jetzt schon!
St:        Hää?
I:          Ich sagte: „Jetzt schon!“
St:        Un was soll dat heißen?
I:          Reizwochen eben, zweieinhalb reizende Wochen, an denen Du eingeladen bist…
St:        Wie, eingeladen?
I:          Ja, eingeladen!
St:        Un wozu???
I:          Zu vielen tollen Veranstaltungen, Filmen, Workshops, Spielen, heißen Diskussionen, Theater, Gelegenheiten, andere und anderes kennen zu lernen, Dich einzumischen, u.v.a.m.
St:        Un warum dat Ganze?
I:          Die Autonomen Referate und der AStA wollen sich und ihre Arbeit vorstellen und zum Ende des Semesters nochmal richtig viele tolle Sachen machen. Alle Gruppen, die politisch noch immer vernachlässigt, in vielen Bereichen ausgegrenzt werden, über die die meisten wenig wissen, wollen Dich kennen lernen, Dir zeigen, was sie so alles machen und dass das, was sie machen, für alle interessant ist…
St:        Wat, für mich?
I:          Ja, für Dich und alle anderen!
St:        Wieso?
I:          Na, weißt Du denn, wie es ist, in einem Rollstuhl zu fahren oder als FrauLesbe auch hier an der Hochschule oft angemacht, benachteiligt zu werden? Und was weißt Du vom Leben schwuler Männer?
St:        Nix.
I:          Eben drum! Deshalb wollen wir Dir zeigen, wer wir sind, was wir machen, wofür wir eintreten und wogegen wir uns wehren.
St:        Wogegen denn?
I:          Na, zum Beispiel gegen Benachteiligung und Diskriminierung, gegen ungleiche Chancen und unaufmerksame ArchitektInnen, eben für mehr Aufmerksamkeit und politische Kraft.
St:        Un is da auch wat für mich dabei?
I:          Na, klar, da ist für jede und jeden was dabei!
St:        Ich bin aba nit schwuul… un lesbisch bin ich auch nit.
I:          Hörst Du manchmal schwer?
St:        Wat?
I:          Ob Du manchmal schlecht hören kannst?
St:        Hää?
I:          Ob Du was an den Ohren hast!?
St:        Ach so… ähä… jaja, hab ich – manchmal aba nur.
I:          Na, siehste, dann hast Du ja ’ne Hörbehinderung!
St:        Meinste ehrlich?
I:          Ja klar, und dann hast Du bestimmt auch mal Probleme, Leute zu verstehen, oder? Viele Leute sprechen wahrscheinlich zu leise und zu undeutlich für Dich?
St:        Wat?
I:          Ob Du Leute ab und zu mal schlecht verstehen kannst?
St:        Ja, ja, aber lesbisch bin ich trotzdem nit.
I:          Musst Du auch nicht, wir laden ja alle ein, jedeR kann kommen!
St:        Ähä.
I:          Und wir bieten Dir zweieinhalb Wochen viele interessante Sachen an: Schwule Filme, Filme über die Misshandlung Behinderter, einen Rhetorikkurs für Frauen, Diskussionen zu Themen wie: „Frauenemanzipation – ein Mythos?“…
St:        Un wenn ich nu mal keine Frau bin?
I:          Erstens wird die Referentin das Thema (wenn irgend möglich) zweimal anbieten: Einmal nur für Frauen und einmal für alle, und zweitens gibt es auch Veranstaltungen über Männer, und welche, die sind nur für Männer…
St:        Wat, echt? Nur für Männer?
I:          Ja, sogar ein ganzes Wochenende lang. Aber es gibt noch viel mehr: Du kannst mal ausprobieren, wie Rollifahren geht, oder wie es ist, Schach und andere Spiele mit verbundenen Augen zu spielen oder „blind“ von der Bibliothek zur Mensa zu laufen…
St:        Ich ess’ aba garnit in der Mensa…
I:          Das ist doch jetzt völlig egal…
St:        Un trinken? Wo kann ich wat trinken?
I:          Es gibt jeden Tag das Reizwochen-Schon-Café. Da kannst Du was trinken, Dich informieren, was an dem und den anderen Tagen noch so los ist, mit Leuten reden, über die Sachen diskutieren, die Du gehört hast…
St:        Gehört? Ich hab nix gehört…
I:          Na, über die Vorträge und Filme und die Rahmenveranstaltungen…
St:        Wat denn, die gibbet auch noch?
I:          Ja, jeden Montag eine große Veranstaltung. Alle zum Thema: „Emanzipationsprozesse gesellschaftlich diskriminierter Gruppen.“ Sie heißen „Zustand, Widerstand und Zukunft.“
St:        Un sons?
I:          Jede Menge Spannendes, beispielsweise eine Lesung für alle, die gerne schreiben, einen Erfahrungsaustausch für allein erziehende Mütter, vier Theaterstücke, Workshops zu den besagten Themen, einen Selbstverteidigungskurs für Schwule…
St:        Ähä.
I:          Und zum Schluss gibt es noch die Semesterabschluss-Party unter dem Motto: „reizENDE Zeiten“ mit Live-Bands und offener Bühne!
St:        Offene Bühne? Wat is dat denn?
I:          Na, eine Bühne eben, wo jede und jeder auftreten kann, egal mit was.
St:        Auch mit Hund?
I:          Auch mit Hund! Du kannst aber auch jonglieren, tanzen, Sketche spielen…
St:        Allein? Wie soll dat denn gehen?
I:          Na, dann eben zu mehreren, oder sing was!
St:        Nää, ich kann nit singen…
I:          Na, dann… dann mach einen Stepptanz oder eine Pantomime…
St:        Kann ich auch nit…
I:          Na, dann denk Dir doch irgendwas aus!
St:        Ey, reiz mich nit, ich bin sowieso schon etwas…
I:          Na, das ist doch genau das, was ich wollte: Dich reizen, Dich neugierig machen, Dir Lust machen auf die Reizwochen…
St:        Is ja reizend…
I:          Eben.
St:        Un wann is dat Ganze?
I:          Die Reizwochen sind zweieinhalb Wochen lang, von Montag, den 30. Januar bis zum Donnerstag, den 16. Februar, da ist die Abschlussfete.
St:        Mit Motto!
I:          Genau!
St:        Und Sekt?
I:          Und Sekt!
St:        Klingt gut, ey!
I:          Ist auch gut!
St:        Hää?

ls



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