Meine Texte zum Nachlesen:

Vergänglichkeit


Vergänglichkeit, – was ist das?
                                      ist das Absterben?                            oder
                                                     ungenießbar werden?         oder
                                      ist
Vergänglichkeit die Möglichkeit, die Chance?, sich?     oder
überhaupt einen Zustand "zu Ende gehen"  zu lassen?
um anderem, neuem? Platz                             zu machen?

Auf jeden Fall ist es gut, dass es sowas gibt. Man stelle sich einmal vor, alles, was einmal geschaffen würde oder wurde, bliebe bis in alle Ewigkeit bestehen. Es gäbe einen Verkehrsstau, den man noch auf der Venus mit einem blanken 8-Zoll-Teleskop anwachsen sehen könnte. Hierbei handelte es sich natürlich nicht um einen so genannten "herkömmlichen" Stau á la Blechlawine, sondern um eine gigantische Ansammlung dessen, was die Natur in ihrem bisherigen Zyklus von Leben und Tod demselben gewidmet hat. Denn all jene Materie, die von Mutter Natur dem "Ab-Sterben" geweiht wurde, um später (natürlich am Anfang jenes geheimnisvollen Lebenszyklusses) wieder zu neuem Leben zu erwachen, käme dann zu der noch lebenden hinzu, und Mutter Natur könnte gar nichts Neues entstehen lassen, da ihr nämlich jetzt das tote (aber über-lebenswichtige) Material, das ihr bisher als neuer Aufbaustoff gedient hat, fehlte.

Mama käme also ins Stocken, lebendige Materie würde sich stauen (und gegenseitig den nötigen Lebensraum wegnehmen). Der Mensch hingegen könnte in diesem Klima noch einige Zeit, wenn auch nicht sehr lange, weiterleben.

Blöd, wie er ist, würde er auch weiterhin tüchtig daran arbeiten, seiner Zeugerin Schlag auf Schlag zu versetzen und schließlich alle Löcher stopfen, die im Stau der Materie bisher noch frei waren, bis er selber zur Füllmenge würde und der geschaffene Berg Erde – oder sollte man vielleicht besser sagen: „der Sarg Erde“ – nun als verändertes Mitglied im Club der traurigen Planeten und als neues Mitglied im Club der einsamen Himmelskörper begrüßt werden könnte.

"Wieder einer mehr!", würde man es dann überall im luftleeren Raum schallen? hören können. Doch dem Stau aller Materie ist zu seinem? Glück                          nicht so,              oder zumindest
                                                                                                        nicht so ganz.
Denn das natürliche Produkt unserer aller Erde, das dabei ist, die Unvergänglichkeit zu besiegen (wäre es überhaupt ein Sieg?), ist der Mensch, der sich unentwegt dazu berufen fühlt, sich, und alles, was er herstellt oder produziert, bis in alle Ewigkeit zu konservieren. Das gewünschte End-Ziel aller Bemühungen, die leider nicht ganz ohne Erfolg (aus des Menschen Sicht) sind, wäre die Unsterblichkeit für das, was man dann noch "Mensch" nennen wird (wie naiv!) einerseits, und die nie enden wollende Haltbarkeit jener zu benutzenden Dinge, die dieses "Leben" Mensch als für sich lebensnotwendig (wie lächerlich!) erachtet (insofern er diesen Dingen überhaupt noch irgendeine für mich nicht mehr zu definierende Achtung entgegenbringen sollte) andererseits.

Und das dem noch nicht ganz so ist, das verdanken wir Mutter Erde (zu unrecht), bzw. verdankt sie sich das selbst, weil sie diejenige (einzige) ist, die sich bis heute tapfer und erfolgreich gegen unsere schmutzigen Versuche, die Vergänglichkeit abbauen zu können, bis sie schließlich nicht mehr existiert, zur Wehr setzt, und das mit mehr als Recht: nämlich mit dem Willen zur Selbsterhaltung.


Bleibt nur die Hoffnung, dass der Mensch als traurige Erscheinung auf diesem Erdball soweit vergänglich ist, dass Mutter Natur die ihr innewohnende Vergänglichkeit in dem Maße aufrechterhalten kann, dass diese reicht, um sie nicht selbst einmal vergänglich werden zu lassen.

Es lebe die über-lebenswichtige Vergänglichkeit!

ls.

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