Meine Texte zum Nachlesen:

Verbale Strolche


Während ich hier sitze und schreibe,
flitzen ab und zu ein paar irrwitzige Tics durch den Raum –
ich bleibe gelassen, Evelyn und die Hunde auch.
„Arschloch-ficken“ und „Titten-pissen“
können sie nicht mehr aus der Ruhe bringen.
Davon zeugt eine zwanzigjährige Freundschaft.

Die Tics flitzen von einer Ecke in die andere,
machen kehrt und kommen mal lauter, mal leiser
zurück zu ihrem Herrchen, ganz so,
wie heimliche Kommandos.
Sie überschlagen sich manchmal vor Freude,
purzeln über den Boden,
jagen Löcher in die Luft,
sind bisweilen unermüdlich und unerschöpflich,
phantasievoll und kreativ.

Plötzlich gesellt sich ein Busen dazu,
begleitet von einem Arschloch-Wichser
und einer Ficken-Fotze.
Sie kleben eine Weile an der Decke,
bevor sie dann in wildem, schnellem Zickzack
den Weg zurück in meinen Mund finden.

Einmal ausgestoßen, machen sie sich selbstständig
und führen ein Eigenleben.
Sie schwirren umher, quirlig und unbekümmert,
bis ich sie am Ende des Tages
mühsam wieder einfange.
Schon ganz schön verrückt,
was sie alles anstellen.
Ganz schön verrückt,
diese verbalen Strolche…

ls.

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