Meine Texte zum Nachlesen:

Mausetote Pfefferschote


Die mausetote Pfefferschote

Es war einmal ’ne mausetote
gelbgestreifte Pfefferschote
Die Schale schal, der Pfeffer flau
und aß man sie, ward sie ganz blau

Eines Tags geschah es dann,
des Wegs kam ein ganz roter Mann
der sah plötzlich die mausetote
gelbgestreifte Pfefferschote

Er hob sie auf und biss hinein
in die Schote, gelb und klein
alsbald er einen Schmerz vernahm
der ihn durchfuhr von Kopf bis Darm

Die Schote indes haargenau
wandelte von gelb zu blau
sich im Magen dieses Herrn
und sie tat es sogar gern

Dieser jedoch merkte spät
welch Unheil diese Schote sät
er selbst noch rot, die Schote blau
war nicht nur mehr der Pfeffer flau

Auch er selbst war nun ganz blass
so, wie nach ’nem Aderlass
und obwohl er müd’ und matt
wendet sich noch mal das Blatt

Die gelbgestreifte mausetote
völlig flaue Pfefferschote
gärt und blubbert, gluckst und springt
bis sein ganzer Körper schwingt

Der Mann, der zittert und vibriert
bis es plötzlich dann passiert:
rot und blau macht –auch ganz nett–
den Mann gestreift und violett

Wenn Dir ein violetter Mann begegnet
egal, ob’s schneit, stürmt oder regnet
sprich ihn nicht auf sein Äuß’res an
es könnte nämlich sein, dass dann

er wutentbrannt und lauthals schreit:
Ich stopf Dir in Dein’ Hals gleich weit
’ne gänzlich, völlig mausetote
gelbgestreifte Pfefferschote

Und was dann mit Dir passiert
das hast Du ja schon unzensiert
in diesen Versen hören können
drum lass es lieber und geh pennen!

ls.

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