Meine Texte zum Nachlesen:

Man muss sie hören


Die Sonne scheint.
Mir geht es gut.
Evelyn sitzt an ihrem PC und arbeitet leise vor sich hin.
Mari Boine indessen arbeitet nicht so leise
mit ihrer Stimme an meinem Wohlgefühl.
Die Musik ist rhythmisch und basslastig.
Beinahe lädt sie zum Tanzen ein.
Stressige Streicher bringen das Fass zum Überlaufen:
Evelyn beschwert sich.
Wir wechseln vorzeitig den Song.
Das nächste Lied ist vergleichsweise harmonisch.
Ich hege die heimliche Hoffnung, dass Evelyn es erträgt.

Diese Frau ist unglaublich, urig und ungestüm,
eine musikalische und stimmliche Urgewalt.
Sie punktet durch große stimmliche Bandbreite,
folkloristische, ursprüngliche norwegische Texte
und eine pointierte aber sparsame Instrumentierung.
Ich liebe sie seit zwanzig Jahren.
Kennengelernt habe ich sie durch Anneli.
Sie hatte ein Album von ihr da.
Ihr Live-Album „Eallin“ ist eines der Schönsten,
das ich kenne.

Diese Musik kann man eigentlich nicht beschreiben –
man muss sie hören…

 

zum Album „Leahkastin“ von Mari Boine

ls.

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