Meine Texte zum Nachlesen:

Liebes Abenteuer


Ein schöner großer Raum,
Tücher an den Wänden, Holzfußboden,
Kissen, Decken, Sessel und Körbe am Rand.
Wir ziehen drei Matratzen in die Mitte,
schlagen ein Lager auf.
Wir lächeln uns an und nicken uns zu.
Dann schließen wir die Tür ab
und ziehen uns aus.
Eine lebendige Musik legen wir noch auf,
dann geht es los.
Wir sitzen einander gegenüber
im Schneidersitz.
Hände streicheln mich,
ich streichele zurück.
Als die Musik ihren Rhythmus erreicht,
stürze ich mich auf Dich.
Ich packe Dich und werfe Dich zu Boden.
Du wehrst Dich und versuchst,
mich umzuschmeißen.
Nach wenigen Sekunden landen wir
in einer wilden Rauferei, balgen uns,
dass sich die Balken biegen.
Wir kämpfen miteinander,
schmeißen uns gegenseitig zu Boden,
um wieder aufzustehen
und von vorne zu beginnen.
Ich packe Dich am Knöchel
und ziehe Dir die Füße weg.
Du beißt mich in den Bauch,
bis ich Dich wieder loslasse.
Kampf der Titanen.
Wie zwei Sumo-Ringer kreisen wir
umeinander,
schauen uns tief in die Augen
und lauern auf den Fehler der anderen.
Eine kurze Pause entsteht – Luftholen.
Du schlägst vor,
dass wir uns die Augen verbinden,
bevor wir weiter machen.
Ich bin einverstanden.
Nachdem wir beide Tücher umhaben,
tasten wir uns behutsam vorwärts.
Ich packe Dich am Arm
und halte Dich fest.
Du wirfst Dich auf meinen Rücken,
umklammerst mich mit allem,
was Dein Körper hergibt.
Ich bäume mich auf,
strecke mich und meine Beine
der Länge nach,
sodass Du hoch gewirbelt
und durch die Luft geschleudert wirst.
Lautes Kreischen, Lachen, Stöhnen.
Dann: Stille im Raum, niemand rührt sich mehr.
Wir liegen beide erschöpft am Boden.
Unser Atem geht schnell,
die Welt dreht sich langsam –
um uns beide.
Noch immer regungslos
suche ich Deinen Blick,
nach Luft ringend.
Deine Brust hebt und senkt sich
im Takt Deines Atems,
so wie meine.
Ich lächle Dich an, bin glücklich.
Wie lange habe ich nicht mehr gerauft?
20 Jahre? 30?
Ich bekomme Lust, Dich wieder anzufassen,
doch diesmal anders.
Die Lust auf ein körperliches Kräftemessen
weicht der Lust auf eine körperliche Begegnung
in Zärtlichkeit.
Ich berühre Deine Finger,
knete langsam Deinen Po.
Dein Schoß lacht mich an.
Mit verbundenen Augen suche ich nach Dir.
Manchmal macht Liebe wirklich blind.
Ich tauche ein und spüre Deinen Körper.
Auch wenn ich Dich nicht sehen kann,
so kann ich Dich fühlen, riechen,
hören und schmecken.
Meine Sinne verlangen nach Dir
und Deinem Körper,
und ich freue mich auf ein weiteres
wunderbares Liebesabenteuer mit Dir…

ls.

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