Meine Texte zum Nachlesen:

Konfrontation


Ich befinde mich im Haus von Petras Eltern. Im großen Wohnzimmer liege ich auf einer Art Bett. Davor steht ein kleiner länglicher Tisch, rundherum weitere Sessel und Sofas. Hinter mir liegt meine Mutter und wir sind beide unter eine Decke gekuschelt. Der Fernseher läuft. Es gibt einen Film mit nackten Menschen. Dabei ist eine Frau, die nackt auf dem Boden kniend die Hände hinter dem Rücken gefesselt hat und singt. Um sie herum ihr nackter Freund, der etwas abseits steht und zwei weitere nackte, ältere Frauen, die auf Sofas in einem Wohnzimmer sitzen. Die singende Frau erregt mich und ich liege nackt unter der Bettdecke und habe einen Ständer. Hinter mir liegt meine Mutter im Bett. Ich tue so, als ob ich schlafe. Ab und zu schiebe ich vorsichtig die Decke beiseite, um wieder einen Blick auf den Fernseher werfen zu können.

Mein Vater kommt ins Wohnzimmer. Er bleibt stehen und schaut auf den Fernseher. Er ist entrüstet über den Film, während ich sehr erregt bin. Ich stelle mich weiter schlafend und luge ab und zu unter der Bettdecke hervor auf den Bildschirm, um meine Erregung nicht abklingen zu lassen. Mein Vater sagt so etwas wie: „So etwas im Fernsehen!“ Ich bin verunsichert und denke gleichzeitig: „Typisch mein Vater. Er ist irgendwie verklemmt und kann nicht mal normal mit einem Pornofilm umgehen!“ Dann folgt der Satz von ihm: „So etwas können wir doch hier haben!“ Dabei schaut er meine Mutter an und kommt zu uns auf das Bett.

Ich bin entsetzt und setze mich auf das dem Bett gegenüberliegende Sofa. Irgendwie bin ich nicht mehr nackt. Mit bestimmter, lauter Stimme sage ich: „Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass ich Dich ficke!“ Mein Vater schaut mich überrascht an. Er zögert etwas. Ich sage nochmals laut und deutlich: „Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass ich mit Dir was mache…“, und denke dabei, dass er erwartet hat, dass ich ihm einen blase. Ich muss an meinen frühen Missbrauch durch ihn denken. Innerlich bin ich extrem angespannt, bereit, zu kämpfen, wenn es sein muss, um mein Leben.

Plötzlich kniet mein Vater links neben mir auf dem Sofa, sein Kopf auf die Hände gestützt, die die Rückenlehne des Sofas umklammern. Er wippt leicht vor und zurück. Ich denke: „Gleich beginnt er zu heulen und gibt endlich alles zu… jetzt erinnert sich…“ Doch mein Vater springt auf und verteidigt sich, so, als hätte er meine indirekte Anklage verstanden. Er beginnt zu kämpfen, und ich merke, dass ich jetzt bereit bin, meinen Schutzschild fallen zu lassen und ihn zu konfrontieren.

Er läuft im Wohnzimmer herum und argumentiert. Er gibt mir zu verstehen, dass ich es doch so wollte. Ich wehre heftig ab und brülle nur: „Das stimmt nicht, das stimmt nicht!“ Mein Vater argumentiert weiter, während meine Mutter unbeteiligt auf dem Bett hockt. Dann steht sie auf und geht zu meinem Vater hin, sagt aber nichts. Er verteidigt sich weiter. Ich bin längst aufgestanden und streite heftig mit meinem Vater – ein Kampf auf Leben und Tod.

Mein Vater steht jetzt in der Küche und kommt langsam ins Wohnzimmer zurück. Hämisch grinsend wiederholt er vor seinem Körper mit beiden Händen eine „Komm-zu-mir-Geste“ und sagt dabei: „Was war denn das vorhin? Du hast doch gesagt, dass ich zu Dir kommen soll!“

Ständig wiederholt er mit beiden Händen diese Bewegung. Ich habe die Schnauze voll, gehe zur nahen Küchentür, schlage mit meiner Faust mit aller Kraft gegen den oberen rechten Holzrahmen der Glastür und schreie: „Raus!“ Mein Vater reagiert nicht. Noch mehrere Male schlage ich mit aller Wucht gegen den Holzrahmen, so dass er federt, und schreie jedes Mal laut: „Raus!“ Ich fühle mich unendlich stark.

Kurz danach wache ich auf.

ls.

Zurück