Bilder, die ich sehe

Bilder, die ich sehe

Ungern lasse ich die Bilder ziehen, die ich sehe,
wenn ich vor dir stehe.
Und ich sehe viele.
Viele, mit all deinen Liebenswertigkeiten, Schwächen und Leiden, die dich begleiten.
Du magst sie nicht sehen und sagst mir:
Lass sie ziehen in eine Welt der Nichtsehenden.
Und trotzdem nimmst du sie wahr, klar und kräftig.
Möchtest sie lieber verschwimmend sehen.
Du empfindest, was ich sehe.
Bilder, die scharf umgrenzt sind mit einer Wichtigkeit für dich.
Bilder, die mich berühren, tief gestaffelt in meinen Sinnen und Gedanken.
Bilder, die mich nicht loslassen, welche nah und greifbar sind.
Du hast sie mir gemalt, anfangs mit schönen hellen Farben,
dann immer dunkler werdend.
Warum soll ich sie ziehen lassen?
Ich bin nicht bereit, ihnen Flügel zu verleihen!
Komm, schauen wir sie uns gemeinsam an,
und versuchen wir, die dunklen Farben Schicht für Schicht zu entfernen.
Dann lassen wir sie wieder leuchten, für uns, die Sehenden.

 

Brigitte, August 2017

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