Wenn die Stille spricht

Wenn die Stille spricht

Geheimnisvoll und sanft flüstern sich unsere Augen etwas zu,
verschmelzen ineinander und rauben uns den Atem.
Begierde wird entfacht.
Stille Worte in einem Feuerwerk sprühender Lust,
haben Mühe, zu verweilen.
Unsere Adern kochen, wenn die Stille spricht.
Verborgene Träume wagen nicht zu entfliehen.
Mit jeder Faser des Körpers übermitteln wir unsere Sehnsucht nach uns.
Wortlos explodiert die Leidenschaft in unserem Inneren.
Unsere nackten Körper liebkosen sich, wenn die Stille spricht.
Wundervolle Sprache, mit einer Glut auf den Lippen.

Brigitte Zehmisch, Januar 2019

Das Unerwartete

Das Unerwartete

In meinen Gedanken sammeln sich Bilder,
Bilder vom Leben, von mir gemalt.
Einige davon sehe ich in Bahnen gerückt, einige nicht.
Sie bewegen sich in hinein gehauchten Farben.
Kostbare Früchte, nur für mich.
Und dann das Unerwartete:
All meine Kostbarkeiten
scheinen sich zu dir, dem Erwartenden, hinzubewegen.
Mit einem zarten Wortglück werden
in benetzten Gefühlen sprühende Funken verteilt,
tauchen in ein Bild zusammengefügt
in unser beider Leben ein,
für uns, die zueinander Schauenden.


Brigitte, Januar 2019

So wundervoll verrückt

So wundervoll verrückt

Wir wollten uns ein Leben lang halten.
Doch besitzen wir uns nicht.
Aber es trennt uns auch nichts.
Zwischen uns ist ein Seil gespannt,
worauf wir kunstvoll Stücke vollführen,
unter uns ein Netz, welches uns vielleicht auffängt.
Dann gibt es die heiligen Augenblicke,
in denen wir uns ohne Worte alles zu sagen wagen.
Unsere Sinne sind die besten Botschafter.
Ein Spüren mit hellen Wellen ist da.
Unsere Blicke zueinander erhoffen sich eine sachte Umarmung.
Indem wir Abstand halten, entsteht ein wunderbares Kunstwerk,
ein Kunstwerk in Formen und Farben gebracht,
in Kraft und Schwäche, in Leid und Freude.
Sorgfältig hüten wir es in unseren Gedanken.
Uns wird deutlich, dass unsere Liebe nun eine
andere Bedeutung hat, als vor Jahren.
Nun dürfen unsere Worte auch einmal Fäuste sein,
ohne sich dabei zu verletzen.
Wir erlauben uns, Spuren zu hinterlassen
und nehmen sie wie ein Indianer in der Steppe in Augenschein,
um sie deuten zu können, bevor sie uns der Wind verweht.
Unsere Liebe schätzen wir im Loslassen und im Geben.
Es ist kein Fehler, sich manchmal dabei zu verlieren,
weil das Wiederfinden so wundervoll verrückt sein kann.


Brigitte, Januar 2019

Verführerisch

Verführerisch

Der Morgen ist noch frisch.
Und auf dem für ihn gedeckten Tisch
liegen eingehüllt in Seide
zwei rosarote Pfirsiche im Kleide.
Und der Knospen
feine Liebeslust
scheint durch den Stoff
mit benetztem wunderbarem Duft.
Begehrenswert sie sind,
ihn in die Himmelssphären bringt.
Nun in seiner Phantasie
begeben sich die Hände
in ganz besonderer Weise
auf eine wundervolle Reise,
zart schmeichelnd,
sacht und leise,
in Gefilde fein,
um in Liebestrance zu sein.
Der Lüsternheiten kaum zu bremsen,
des Herzschlags Bumerang,
ein Auf und Ab des Gleitens nun begann.
Und in ihren Leib ganz versunken,
er wie betrunken,
der Sinne nicht mehr mächtig ist.
Ist ihm beim wilden Küssen
seiner Liebsten
schönes Kleid zerschlissen.

Brigitte, Juli 2017

                  

 

Gemälde: Ein Mädchen mit freiem Oberkörper in einem seidenen blauen Kleid.

 

 

 

 

Gemälde: Ein Mann und eine Frau küssen sich innig.

 

Deine Hände

Deine Hände

Gierig bin ich nach ihnen,
ich kann es kaum erwarten,
wenn deine Hände es wagen, mich zu tragen.
Wenn sie mich berühren
und mich verführen.
Wenn sie zart und leicht vibrieren auf meinem Bauch.
Wenn sie die Einsamkeit streichen aus mir heraus.
Ich mag sie nicht missen,
denn ein Kribbeln beginnt,
gleiten sie doch auf meinem Körper,
wie ein sachter Wind.
Und beim Schauen in den Himmel,
der mit Sternen ist bestückt,
meine ich gerade zu spüren,
wie eine Welle mich umspült.
Sie bei Ebbe und Flut
im Mondscheinlicht verglüht.
Du schmiegst dich an mich,
im warmen Sand
und hältst mich mit deinen Händen sanft.
Mögen sie immer haltend, schließend
und vereinend mit meinen sein.
Wie gierig bin ich nach ihnen,
ganz geheim.
 
 

Brigitte, August 2017

          

 

 

Malbild: Eine nackte Frau liegt entspannt im Sand.

 

 

Foto: Der Vollmond leuchtet hinter Zweigen.

 

Leise Tränen

Leise Tränen

Als ich von dir ging mit einem gemischten Gefühl,
machte ich noch einmal Halt und ein Augenblick mit meinem Herzen dir noch galt.
Traurigkeit machte sich nun breit und du senktest deinen Kopf.
Komm, schau noch einmal auf, ganz egal, wie es dir geht.
Mein Schatz, es ist nicht zu spät.
Du weißt, dass ich weiß, wie es um dich steht.
Leise Tränen weine ich,
weil ich sehe, was du mit dir tust.
Wer hat dich nur verflucht?

Komm, mein Schatz,
spucke dem Teufel ins Gesicht, wenn er zu dir spricht.
Du hast in deinem Leben gelebt, geliebt, gelacht
und so viel Wertvolles vollbracht.
Und nun meinst du, es sei vorbei?
Nein, auf keinen Fall!
Bitte sei stark für dich, es ist noch Zeit!
Leise Tränen weine ich sonst bis in die Ewigkeit.

Ich weiß, wie schwer es ist,
aber ich mag nicht sehen, wie du zerbrichst.
Und wenn ich sitze eng umschlungen mit dir allein,
möchte ich laut schreien: „Bitte tu es nicht,
es schmerzt so fürchterlich!“
Dann weine ich die leisen Tränen in mich hinein.
In diesem Augenblick fühle ich mich allein.
Mein Schatz, komm, lass es doch sein.
Denn ich möchte noch an diesen Tagen
von dir ein kleines Stückchen Liebe haben.

 

Brigitte, August 2017

Kopflos

Kopflos

Ich habe meinen Kopf verloren.
Sag mir warum, weshalb, wieso?
Tagein, tagaus denke ich an dich.
Du gehst mir nicht aus dem Sinn.
Ist das ein Beginn?
Immer wieder sage ich mir: Was mach ich da?
Die junge Zeit verflog, Jahr für Jahr.
Jeder ging seinen Weg.
Und es scheint zu spät.
Trotzdem bist du in meinem Herzen.
Du bist der Staub auf meiner Seele: hell, nicht grau, nicht schwarz, mein Schatz.
Du musst verstehen, ich möchte dich in meinen Träumen sehen.
Und ich fühle mich so wunderbar dabei,
in all diesen Momenten, wo ich mich an dich verschwende.
Du meinst, es wäre von mir eine Schwäche und nicht real.
Mir ist es so egal!
Es darf sein, denn in meinen Träumen gehörst du mir allein.
Und immer wieder, wenn mein Herz nach dir schreit,
webe ich mir aus Aphorismen für dich ein wundervolles Kleid.
Kannst du dir das vorstellen, wie ich mich verliere,
dich mit all meinen Sinnen verführe?
Komm, tanze mit mir, in den Himmel hinein.
Grenzenlos wollen wir sein.
Gönne auch du dir diese Momente, diese Sekunden,
können sie doch deine Seele gesunden.
Mag sein, den Kopf dabei zu verlieren, wahrscheinlich!
Aber es ist auf keinen Fall peinlich.

 

Brigitte, August 2017

Gänsehaut

Gänsehaut

Als du mir zart meinen Bauch streicheltest,
bekam ich Gänsehaut.
Als du mir den Nacken küsstest, auch.
Und ich sagte zu dir: Hör nicht auf!
Was für ein wunderbares Gefühl,
bei diesem Gespiel.
Oh, wie spürte ich dieses Gänsehautgefühl,
mal kalt, mal warm,
auch wenn du mich hieltest fest in deinem Arm.
Ich wollte sie nicht missen, deine Hände und deine Küsse.

Und immer wieder konntest du mit zartem Gespür die kleinen Härchen sprießen lassen bei mir.
Wie prickelnd es war, es war so wunderbar schön.
Du brachtest mich außer Fassung und in Trance,
in Gänsehaut ganz.
Du wusstest, wie du es machst, sacht, ganz sacht.
Und ich habe es genossen, meine Augen dabei geschlossen.
Wie fühlte ich mich,
himmelaufwärts getragen,
mit deinen Fingerspitzen und deinem Atem.

 

Brigitte, August 2017

Betrunken

Betrunken

 Sag, was machst du mit mir?
Ich bin so betrunken von dir.
Benebelt sind meine Sinne, in Tränen manchmal gefasst.
Ich atme dich, mit voller Kraft.
Und ich stelle fest, dass du in jeder Faser von mir steckst.
Keine Ahnung, warum es so spürbar ist.
Du schenkst mir Worte, die nur ich kenne.
Die ich Liebe nenne.
Welch ein Glück ich empfinde, all diese Tage.
Und ich stelle mir nicht die Frage, warum ich dieses Geheimnis in mir trage,
wenn du mich streichelst, sacht und zart,
wenn du mich küsst, wenn du bei mir bist.
Dann taumele ich umher, so wie die Welle im Meer.
Und mein Körper fängt an zu brennen, oh, ich kann es kaum benennen.
So fieberhaft heiß, wo ich doch weiß, dass die Trunkenheit vergeht
und mit dem Winde verweht.
Aber noch trinke ich weiter, von diesem Trunk ganz.
Und ich versetze mich in Trance.
Wie genussvoll ist diese Zeit, mit dir, in dieser Liebestrunkenheit.

 

Brigitte, August 2017

Mit dir im Regenbogen

Mit dir im Regenbogen

Mit dir im Regenbogen zu sein,
das wäre schön,
in diesem Halbkreis,
der Himmel und Erde berührt.
Hineintanzen möchte ich mit dir,
in diese Farben des Lebens:
In das Rot,
zur Lebenskraft und Energie,
in das Orange,
der Kreativität und Weisheit,
in das Violett,
der Inspiration und Befreiung,
in das Gelb,
der Erkenntnis und Wärme,
in das Himmelblau,
der Friedlichkeit und Beruhigung,
in das Rosa,
den Weg zur Liebe.
Komm,
begeben wir uns hinein
in diese Spiegelung des Sonnenlichts,
der Wassertropfen fein.
In diesem ausgespannten Bogen
möchte ich mit dir nun sein,
sich fallen lassen,
sich berühren,
sich einfach spüren,
ausgespannt und weit,
durchflutet mit all den Farben,
die er hält für uns bereit
und sich empor dem Himmel zeigt.

 

Brigitte, Juni 2017

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Malbild: Ein prächtiger Regenbogen spannt sich über eine bunte Blumenwiese.

 

 

Dein Atem auf meiner Haut

Dein Atem auf meiner Haut

Wie spüre ich ihn,
deinen Atem auf meiner Haut?
Sacht und zart zugleich, fühlend,
als wäre es ein lauer Wind, der mich berührt,
der mich verführt.
Begebend auf eine Wanderschaft,
zu jenen Stellen meines Körpers,
die darauf warten, zu empfangen.
Ich genieße diesen Hauch,
in meinem Gesicht, auf meinem Bauch.
Mehr noch, mehr möchte ich davon.
Lass es nicht nur deinen Atem sein, komm.
Wie ich mich zu dir hingezogen fühle,
bei diesem Spiele.
Meine Augen, ich mag sie nicht öffnen,
geschlossen sie noch sind.
Dein Atem auf meinen Lippen nun halt zu machen beginnt.
Wie wohlig warm er ist,
dann, plötzlich spüre ich ihn nicht.
Warum? Weil du mich so innig küsst.

 

Brigitte, April 2017

Deine Fingerspitzen

Deine Fingerspitzen

Zaghaft, versuchend, zart und sacht zugleich
wanderten deine Fingerspitzen über die Erhebungen meines Reichs.
Auf eine Reise ließen sie sich ein, um dieses Vibrieren,
dieses Ergießen zu spüren mein.
Ich ließ sie wandern, von dem einen Ort zum anderen,
in eine Welt des unbeschreiblich Schönen.
Ich ließ mich darauf ein.
Ich spürte, wie Spüren kann sein.
Wie ich sie mag, deine Fingerspitzen, höre nicht auf,
mit geschlossenen Augen nahm ich dieses Fühlen in mir auf.
Schwebend, tanzend, führten sie mich in die Welt der Liebesmelodien ein.
Ich bäumte mich auf, zu dir hingezogen.
Harmonievoll, wundervoll,
mit dem Wechselspiel der Wildheit, der Ekstase.
Diese, deine Fingerspitzen, glaube mir, wenn ich es dir sage,
ich immer noch auf meinem Körper trage.

 

Brigitte, Februar 2017

Glücks-Momente

Glücks-Momente

Du weißt schon, dass du es kannst,
mich zu verführen aus der Distanz,
mit deinen Blicken, Gesten und Gefühlen zu mir.
Du weißt schon, dass du es kannst,
aus der Distanz, mir spürend zu geben
eine brennende Haut und ein leichtes Beben in meinem Bauch.
Und du magst ihn wagen,
mit mir diesen gefährlichen Tanz, dieses Liebesspiel ganz.

Doch so einfach scheint es nicht zu sein,
ist dieses Spiel für uns geheim.
Vielleicht aber macht es gerade dieses aus,
dieses Geheimnisvolle, das Beben in mir, das Fühlen der prickelnden Haut.
Diese Unruhe chaotischer Macht, manchmal zur Nacht.
Du weißt schon, dass du es kannst, mich an die Grenzen bringen
mit all deinen Sinnen.
Tust es auf eine ganz besondere Weise, sacht und leise,
mich dorthin zu führen, um die Nähe zu spüren.

Ach, du für mich so wunderbare Seele,
weißt schon, was du da machst.
Du weckst mich auf zur Nacht, um mich zu beseelen, ich dann
im Mondscheinlicht jene Zeilen schreibe, die mich quälen.
Sag mir, lassen wir es zu?
Ja oder Nein, sind die Gefühle zueinander doch geheim.
Immer wieder versuchst du mit deinem Charme, mich fest zu halten in deinem Arm.
Was für ein Moment im Dasein des Glücks!
Nur eines leider wir beide wissen, steht doch die Kraft der Vernunft dazwischen.
Und trotz all diesem Schwanken, Wanken und Wagen, können wir sagen,
dass unsere Herzen im Jetzt Glücks-Momente tragen.

 

Brigitte, Oktober 2016