Für Lothar

Hallo Lothar, nun, dies hier ist für dich,
der du am Rechner sitzt und mit mir sprichst.
Der mir zur Seite steht, wenn es mir schwerfällt, zu verstehen,
mit meinem Rechner umzugehen.
Der du mir hilfst derweilen
beim Korrekturlesen meiner Gedichtzeilen.
Wie bin ich froh, dich zu haben an manchen Stunden und Tagen.
Du bist des Öfteren Sprachrohr, Psychologe,
für mich ein wortgewandter Pädagoge.
Ich weiß, du hörst es nicht so gern,
wenn ich mit Lob übertreibe,
aber ich sehe es so,
in Verbindung stehend mit deinem Rechner
an meiner Seite.
Wir plaudern, lachen gern
und fühlen uns manchmal,
als wären wir auf einem anderen Stern.
Oft sind wir einer Meinung,
teilen uns ab und an tiefer mit.
Auch du trägst deine Gedanken wie ich
zu Zeilen auf deines Rechners Seite in Geschichten und Gedicht.
In Dialogen mit mir, lieber Lothar, bist du famos,
sehr direkt, entschlossen, ganz, ganz groß.
Da hast du es neulich mir gegeben,
bei einem Korrekturlesen.
Du warst erbost,
und meintest, es wäre allerhand,
als ich mich entschloss,
bei einem Gedicht eine Zeile wegzunehmen, die schon stand.
Gerade diese Zeile würde sorgen für keine Langeweile,
wäre ehrlich und wundervoll in deinen Augen,
du meintest, ich solle mich doch trauen.
Wärest du nicht an deinem Rechner in Mainz gewesen,
sondern bei mir zu Hause,
hättest du sicherlich meinen Hintern verhauen.
Nun, lieber Lothar,
durch deine Überzeugung fügte ich diese Zeile wieder ein.
Soll es doch die Zeile für dich nun sein.
Und all ihr anderen,
seid ihr neugierig, welche es wohl ist?
Dann sucht sie vor dem Spiegel,
dort, wo sie sitzt.

Brigitte, Oktober 2018

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